Category: SJTU

Ein Tag an der SJTU (一天在上海交通大学)

Um mit dem Shuttelbus vom Minhang zum Xuhui Campus zu wechseln um dort die Chinesischlektionen zu besuchen, muss man so um 6:00 aufstehen. Um diese Zeit sind noch nicht viele Leute wach und wenn man Pech hat, dann muss man sogar noch bei den Angestellten des Dorms anklopfen, damit die einem die Türe aufschliessen.p1000395 Draussen sieht es um diese Zeit auch noch ziemlich dunkel aus.p1000397 Der Nächste Stopp machen wir bei der Kantine um uns Frühstück zu besorgen.p1000400 Als nächstes geht es zur Busshaltestelle um dort auf den Shuttlebus zu warten.p1000401 Mit dem Shuttlebus dauert es dann c.a. 40 Minuten, bis man den Xuhui Campus erreicht.p1000402 Auf dem Xuhui Campus angekommen, sieht es dann schon wesentlich heller aus.p1000403 Die Chinesischlektionen dauern 2 Mal 1.5 Stunden mit einer Pause dazwischen.p1000404 Nach den Chinesischlektionen geht es wieder zurück zum Minhang Campus umd dort technische Kurse zu besuchen.p1000405 Die Schulzimmer auf dem Minhang Campus sehen wesentlich schlechter aus, da hier ja auch nur die “normalen” Studenten zur Schule gehen, während die Sprachkurse von “Ausländern” besucht werden.p1000413 Nach dem Unterricht kann man sich weiterhin der Schule widmen und in der Bibliothek, dem Studierzimmer im Dorm oder im Zimmer lernen oder man kann sich sportlich betätigen.

Zwischenbericht

Ich bin nun seit 12 Wochen in Shanghai an der SJTU und ich habe mir gedacht, es wäre an der Zeit einen kleinen Zwischenbericht zu schreiben.

Wie schon erwähnt wurden mir die ersten Schritte in China, mit der Hilfe meines Buddys Li Hu, erleichtert. Ich bin sehr glücklich und froh darüber, dass ich hier an der SJTU sehr schnell nette und hilfsbereite Menschen kennenlernen durfte. Die chinesischen Studenten, mit denen ich Kontakt habe, sind sehr weltoffen und mögen den kulturellen Austausch. Mit meinem Tandempartner, mit welchem ich Deutsch spreche und Chinesisch lerne, kann ich sogar über Politik diskutieren. Auch bei den Dozenten stösst man auf Verständnis, wenn einmal etwas unklar ist oder ein Missverständnis aufkommt.

Was mich an China stört, ist der enorme Leistungsdruck, den man bei den Studenten beobachten kann und die “Geldmacherei” überall. Ich habe in meinem Leben, welches mir noch nicht so viele Erfahrungen eingebracht hat, noch nie eine so kapitalistische Gesellschaft erlebt. Mein Buddy Li Hu zum Beispiel hat einen Master in Electrical Engineering und einen in Economic. Zurzeit ist er an einem Ph.D in Electrical Engineering an der SJTU. Wenn er seine Ausbildung abgeschlossen hat, wollen seine Eltern (und er selber) jedoch, dass er bei einer Bank arbeiten geht, da das Gehalt dort höher ist, als wenn man “nur” als Ingenieur arbeitet. Dieses Beispiel ist ziemlich typisch in China und auch noch nicht so schlimm. Wenn man jedoch in einem buddhistischen Tempel “Osama bin Laden”-Spielkarten kaufen kann, dann geht das mir persönlich zu weit.
Der zweite Punkt, der mich an China stört, ist das Schulsystem (zumindest an der SJTU). In den meisten Fächer gibt es Hausaufgaben, die man machen muss (finde ich grundsätzlich gut), jedoch werden sie benotet. Wenn man nicht wie die Chinesen ein Lösungsmanual im Internet herunterlädt und die Lösungen kopiert, dann ist man selber schuld, dass man nicht auf die volle Punktzahl kommt. Ich habe an der HSR jeweils auch Hausaufgaben gemacht und die Dozenten auch häufig noch ein Mal gefragt, wenn mir etwas unklar war. Wenn ich das hier machen würde, würde dass ja heissen, ich hätte die Hausaufgaben ja doch nicht lösen können, obwohl ich sie fehlerfrei abgegeben habe.

Ich will nicht, dass sie den Eindruck haben, dass mir China nicht gefällt. Die wenigen Orte, die ich bisher gesehen habe, gefielen mir und meine chinesischen Kollegen sind sehr nette Personen. Den Chinesen ist es auch durchaus bewusst, dass ihr Land Schwächen hat, wie jedes andere Land auch. Ich bin auch davon überzeugt, dass sich China ändern wird. Wenn die Generation, mit der ich am meisten Kontakt habe, älter wird und diese jungen Chinesen Positionen einnehmen, in denen sie etwas bewirken können, dann wird China sich ändern – hoffentlich zum Guten.

Erste Woche an der SJTU

Inzwischen ist eine Woche vergangen, seit ich in meinem neuen zu Hause angekommen bin. Ich habe mich auch schon ein Bisschen eingelebt und das nötigste für die “Wohnung”

eingebunden mit Embedded Video

Download Video

und für mich ist gekauft. Ich habe jetzt also ein chinesisches Velo, eine chinesische Natelnummer, ein chinesischer Studentenausweis, chinesisches Wasser und Bier im Kühlschrank, war das erste Mal chinesische Essen, war das erste Mal in einer chinesischen Bar und habe das erste Mal mit einer chinesischen Waschmaschine meine Kleider gewaschen (War nicht so schwierig, da der einzige Knopf, den die Maschine hat, der On/Off-Knopf ist). Auch mit dem chinesischen ÖV (Metro und Bus) komme ich langsam zurecht. Das coole am chinesischen ÖV ist, dass man eine Karte hat, mit der man Metro, Bus, Taxi benutzen kann und Velo’s mieten kann. Wenn das Budget aufgebraucht ist, dann muss man einfach wieder geld darauf laden.

Mit dem chinesischen Verkehr, respektiv den Lichtsignale habe ich ein wenig Mühe und so habe ich es mir angewöhnt, einfach zu fahren, wenn chinesische Velofahrer auch fahren und ansonsten einfach brutal auf zupassen, dass ich nicht unter die Räder komme.

Ich machte Gestern zusammen mit Michael (Einem Deutschen) meine erste Touristentour durch die alte französische Concession. Die Bilder könnt ihr euch in der Galerie anschauen.

Angekommen

Gestern um etwa 19:00 erreichte ich mit Tiger (Der für mich zuständige Student)img_20110902_205043 den Ming Hang-Campus der SJTU. Tiger wollte mit mir eigentlich als erstes in ein italienisches Restaurant gehen um dort eine Pizza zu essen. Mir war es jedoch lieber, zuerst mein Gepäck los zu werden und so suchten wir das Gebäude, in welchem ich nun wohne. Danach trafen wir noch einen Studenten aus der Slowakei und zusammen gingen wir dann das erste Mal richtig chinesisch essen.img_20110902_204807 Heute Morgen holte mich Tiger um 8:00 ab (Ausschlafen scheint keine chinesische Beschäftigung zu sein) und wir gingen nach meinem ersten chinesischen Frühstückp1000012_0 einige Sachen einkaufen. Bis jetzt finde ich China ein recht billiges Land. Ich konnte mir mit meinen 200 Schweizerfranken schon ein Velo (Mit gratis, manchmal funktionierendem Veloschloss)p1000015, ein Handy und einige andere Gegenstände kaufen und habe noch nicht alles ausgegeben. Heute Abend ging ich mit 5 weiteren Studenten (Deutschland und Frankreich) für insgesamt c.a 25 SFr. Nachtessen und wir waren mehr als satt.

WordPress Themes | Photo by ZaNuDa